Christian Herdeg erhält den Kulturpreis des Kantons Zürich

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3. Februar 2021

Christian Herdeg erhält den Kulturpreis des Kantons Zürich

 
 

Christian Herdeg erhält den Kulturpreis des Kantons Zürich

Gestützt auf die Vorschläge der kantonalen Kulturförderungskommission hat der Regierungsrat die kulturellen Auszeichnungen und Preise des Kantons Zürich für 2021 vergeben. Der Kulturpreis geht an den Lichtkünstler Christian Herdeg.

Der mit 50'000 Franken dotierte Kulturpreis des Kantons Zürich geht 2021 an Christian Herdeg. Damit zeichnet der Regierungsrat einen Künstler aus, der als Pionier der Lichtplastik gilt und mit seiner künstlerischen Arbeit Generationen von Künstlerinnen und Künstlern im In- und Ausland geprägt hat.

Christian Herdeg (*1942) wuchs in Zürich auf, besuchte an der Zürcher Kunstgewerbeschule den Vorkurs und arbeitete als Reportagefotograf und Dokumentarfilmer. 1968 wanderte er nach Kanada aus und schuf ab 1969 erste lichtkinetische Objekte, die er in Montreal, Toronto und Chicago ausstellte. Nach seiner Rückkehr nach Zürich 1971 fanden seine Lichtskulpturen weithin Beachtung, Ausstellungen im In- und Ausland folgten. Zwischen 1974 und 1979 erhielt Christian Herdeg sechs Auszeichnungen von Stadt und Kanton Zürich – darunter den kantonalen Werkbeitrag in den Jahren 1974 bis 1976 – sowie dreimal das Eidgenössische Kunststipendium.

Christian Herdeg arbeitete als erster Künstler in der Schweiz mit Neonlicht. Nach komplexen Installationen mit Edelgasröhren und diversen Werkstoffen wurden seine Arbeiten reduzierter. Es entstanden Werkreihen aus mono- und diachromen Flächen wie auch reliefartige Neon-Tableaux, die wie Gemälde an der Wand hängen. In den 1980er Jahren entwickelte Christian Herdeg erstmals wandübergreifende Installationen aus raumformenden Materialien wie Plexiglas und Argon-Lichtröhren.

Diese Weiterentwicklung bereitete ihm den Weg zu zahlreichen Auftragsarbeiten für den öffentlichen Raum. Kunst am Bau von Herdeg findet sich im In- und Ausland, so zum Beispiel im Kultur- und Kongresszentrum Trafo in Baden, bei Hoffmann La Roche in Basel und Kaiseraugst, bei Allianz Deutschland AG in München oder an der ETH Zürich. Seine oftmals monumentalen Installationen im öffentlichen Raum sind geprägt von geometrischen Formen und der Bezugnahme auf die Grundstrukturen der sie umgebenden Architektur. Seit Beginn der 2000er Jahre kommen immer häufiger auch Leuchtdioden zum Einsatz, deren Farbe und Intensität via Computer gesteuert werden.

Christian Herdegs künstlerische Auseinandersetzung mit den physikalischen und optischen Eigenschaften von Licht und seiner individuell erfahrbaren, sinnlichen Präsenz nimmt in der internationalen Kunstlandschaft eine eigenständige und herausragende Position ein. Dementsprechend beeindruckend ist seine Ausstellungsgeschichte mit Einzelausstellungen beispielsweise in der Kunsthalle Düsseldorf, der Fassbender-Stevens Gallery in Chicago, im Centrum Kunstlicht in de Kunst in Eindhoven und im Museum Haus Konstruktiv Zürich.

Christian Herdeg wird für seine Pionierarbeit, seine künstlerische Virtuosität und seine bis heute ungebrochene Faszination für die raumeinnehmende wie auch raumschaffende Kraft von Licht mit dem Kulturpreis 2021 ausgezeichnet.